Copic Marker Coloration



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Was sind eigentlich Copics genau?


Bei Copics handelt es sich um professionelle Designer-Filzstifte. Diese basieren auf Alkoholbasis. Wie alle auf Alkohol basierenden Stifte besitzen sie die Eigenschaft dass sie recht schnell trocknen. Dies mag nicht immer von Vorteil sein, jedoch führt das schnelle Trocken dazu, das sie seltener als andere Stifte verwischen.

Designer, Architekten und Comic-Zeichner, nutzen die Copic Marker überwiegend dazu um ihre Skizzen und Storyboards zu erstellen und lebendiger zu gestalten. Nach und nach setzten sich die Copic-Marker jedoch auch im Manga- und Anime-Bereich durch, da sie sich hervorragend für vollwertige Artwork-Arbeiten eignen.

Mit Hilfe von Copics lassen sich annähernd gleichmäßige und streifenfreie Farbaufträge erzielen. Wahlweise gibt es die Stifte mit einer breiten und Textmarker ähnlichen und mit einer feinen Pinselartigen Spitze zu kaufen. Von den diversen Marken gibt es ungefähr Stifte in fast 150 verschiedenen Farben und Ausführungen. Deiner Fantasie werden hier also in keiner Weise Grenzen gesetzt.

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Welche Unterschiede gibt es zwischen den einzelnen Copics?


Modell
Eigenschaften
Handhabung
Copic Marker
ein Klassiker – ihn gibt es mit breiter und dünner Spitze, eckige Form, 214 Farben, nachfüllbar, unterschiedliches Zubehör
ähnelt von der Maloptik ein wenig dem bekannten Edding, mit ihm lässt sich sowohl grob als auch fein malen.
Copic Sketch
ein Marker in Pinselform mit breiter und dünner Spitze, ovale Form, in insgesamt 144 Farben erhältlich, unterschiedliches Zubehör.
Mittles diesem Copic lassen sich auffällig weiche Pinselstriche erzeugen. Aus diesem Grund ist er auch bei dem einen oder anderen Comiczeichner beliebter als die normalen Copic-Marker.
Copic Ciao
ein recht kostengünstiger Einsteiger-Copic, besitzt eine runde Pinselform und ist in insgesamt 144 verschiedenen Farben erhältlich.
ein Marker in Pinselform mit breiter und dünner Spitze, ovale Form, in insgesamt 144 Farben erhältlich, unterschiedliches Zubehör.
Copic Wide
Er hat eine recht breite Spitze und ist in insgesamt 35 Farben erhältlich. Ein Vorteil: Er ist nachfüllbar.
Dieser Stift eignet sich wunderbar zum colorieren großer Flächen.
Copic Various Ink
Für diesen Stift gibt es ebenfalls Nachfüllflaschen. Passend zum System gibt es Nachfüllflaschen und Leermarker mit denen kann man eigene Mischfarben erstellen kann.
Die Flaschen sind mindestens 6-mal nachfüllbar.


Welcher Copic ist der Beste?


Am besten probierst Du sie einfach aus und entschiedest entsprechend selbst, welcher Stift Dir am ehesten zusagt. Viele Zeichner bevorzugen einen Marker, da sie mit ihnen recht feine und exakte Linien erzeugen können. Andere favorisieren den Sketch, da man mit diesem Stift sehr weiche Übergänge und Konturen malen kann. Und wieder Andere zeichnen am liebsten mit einem Ciao, da dieser Stift recht kostengünstig ist.

Welche Farben brauche ich genau?


Was für Farben Du zum malen benötigst ist immer stark davon abhängig, was genau Du darstellen möchtest. Prinzipiell kommt es bei Deiner Farbwahl auf Deinen persönlichen Geschmack an. Speziell die verschiedenen Nuancen der einzelnen Farbtöne sind stark vom persönlichen Geschmack abhängig, während der ein Zeichner einen dunkleren Rot-Ton als schöner empfindet, findet ein Anderer vielleicht einen helleren Farbton angenehmer.
Glücklicherweise liegt in den meisten Läden für Zeichenbedarf immer ein wenig Papier aus, so dass Du in aller Ruhe Deine ganz persönliche Lieblingsfarbe heraus suchen kannst.

Gehörst Du zu den Personen, die ihre Marker lediglich online bestellen können, empfiehlt es sich Dir einen Katalog von einem Händler zu besorgen. In diesen stehen in aller Regel die verschiedenen Farbcodes so, dass Du zumindest anhand der Farbtabellen entscheidest, mit welchen Farben Du später arbeiten möchtest. Hin und wieder kommt es allerdings vor, dass die Tabellen nicht 100 Prozent authentisch sind und es beim Malen später dann zu kleinen „Überraschungen“ kommt. Dies muss jedoch nicht die Regel sein. In einem solchen Fall bietet es sich an, Deine Farben miteinander zu mischen.

Eine Möglichkeit wäre es beispielsweise in solch einem Fall die Farbpalette von Transotype der Firma Neopiko einzusehen.

Betreibe bei Deinen ersten Gehversuchen mit den Copic-Markern jedoch nicht allzu großen Aufwand. Zunächst sollte ein Set mit insgesamt 12 Markern völlig ausreichend sein. Dies beinhaltet eine Grundpalette von Farben wie Gelb, Rot, Grün etc. und Schwarz. Bist Du ein wenig geübter mit dem Umgang der Stifte ist es sicherlich sinnvoll, wenn Du Dein Farbsortiment ein wenig aufstockst. Dies passiert jedoch in den meisten Fällen von Artwork zu Artwork von ganz alleine.

Möchtest Du primär Portraits zeichnen, so empfiehlt es sich, da es den meisten Künstlern recht schwer fällt Hautfarbe zu zeichnen immer ein „Milky While (E 51)“ oder ein „Skin White (E 00)“ in seinem Sortiment zu haben. Alternativ eignet sich für Hautfarbe auch noch ein „Bareley Beige (E 11)“ oder das dunklere „Brick Beige (E 31)“ hervorragend.

Was genau ist eigentlich ein (Colorless-)Blender? Und wie benutze ich so etwas?


Hierbei handelt es sich schlicht und ergreifend um einen farblosen Stift, der dazu dient andere Farben aufzuhellen und gewünschte Farbverläufe zu erstellen. Um seine perfekte Anwendung reihen sich jedoch die Mythen und Legenden.

Malst Du mit dem Stift über Deine Farbe die Du aufhellen möchtest, verdünnst Du die Farbe entsprechend und sie wird heller.

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Die Geister streiten sich jedoch noch nach wie vor darüber, ob das Arbeiten mit einem Colorless-Blender eine Workart nun verschönert oder dem gewünschten Effekt eher entgegensetzt. Viele Zeichner empfinden das aufhellen ausschließlich mit dem Colorless-Blender eher als Schmiererei. Sie empfehlen folgende Methode:

1. Halte die beiden breiten Enden Deines a) Colorless-Blenders und b) das Deines Copic-Markers nebeneinander und streiche ein paar Mal mit der Farbe über die Blenderspitze, bis diese richtig dick mit Farbe benetzt ist.

2. Mit der vom Blender aufgesognen Farbe kannst Du später weitermalen. So erhältst Du einen Aufhellungseffekt ohne dass Deine Farbe verschmiert. Zudem vermeidest Du mit diesem Verfahren mit Farbe ausgerissene Ränder.

Nachteil bei dieser Methode ist leider, dass sie ein wenig Übung erfordert, bis Du wirklich gelungene Verläufe gestalten kannst.

Eine weitere Methode besteht darin, dass Du mit Hilfe Deines Blenders den Malgrund richtig dick annässt und danach sehr zügig Deine eigentliche Farbe aufträgst. Diese Methode ist auch vergleichbar mit der Nass in Nass Technik aus der Aquarell-Malerei. Ob Du einen Blender wirklich für notwendig erachtest bleibt letztlich aber Deiner Entscheidung überlassen. Viele Zeichner kommen jedoch sehr gut ohne ihn zurecht.

Wie fülle ich meine Copics nach, wenn sie leer sind?


Da es verschiedene Stifte gibt, existieren leider auch verschiedene Nachfüll-Varianten. Im Folgenden sollen einige vorgestellt werden:

Marker, Sketch: Hier ziehst Du vorsichtig mit einer Pinzette die breitet Spitze aus ihrem Schaft und füllst vorsichtig die Farbe nach.

Various Ink: Bei diesem Stift nimmst Du zunächst die Kappe ab und führst diese zum Schaft hin und beginnst vorsichtig etwa 3-5 ml in den Copic hinein zu füllen. Zudem besitzt dieser Stift eine kleine Messanzeige die Dir aufzeigt, wann der Stift wieder voll ist.

Wide: Dieser Stift besitzt eine spezielle Aussparung, die es Dir erleichtern soll, die Farbe entsprechend in den Copic nachzufüllen. Dies erspart Dir die breite Spitze aus dem Schaft zu entfernen und erhöht so die Lebensdauer Deiner Spitze. Außerdem lässt sich der Stift entsprechend gleichmäßiger nachfüllen.

Wie oft Du Deinen Marker nachfüllen kannst, schwankt stark und ist primär abhängig von der Größe des Tanks. Die Häufigkeit schwank zwischen 6-8-mal.

Welches Papier benötige ich zum Malen?


Wie für die meisten Kunstartikel auch, gibt es auch für die Copic-Marker spezielles Copic-Papier. Dieses hat den Vorteil das, wenn Du auf ihm mit Deinen Markern malst, Deine Farben gleichmäßig verlaufen und nicht ausbluten. Zudem wird verhindert, dass die Farbe auf dem darunter liegenden Papier oder der entsprechenden Unterlage nicht durchzieht.

Du solltest jedoch stets beachten, dass Du auf der „richtigen“ Seite Deines Papiers arbeitest. Dies ist immer die Richtung in der auch die Blätter in Deinem Block aufliegen. Dass Du auf der falschen Seite Deines Papiers arbeitest, erkennst Du schließlich daran, dass die Farben recht blass und fast schon lasiert aussehen.

Bedenke bei Deiner Wahl Deines Papiers jedoch auch, dass diese Tipps allesamt nur Empfehlungen sind. Deiner Kreativität sind natürlich keinerlei Grenzen gesetzt und Du bist natürlich herzlich dazu eingeladen Deine eigenen Versuche mit den unterschiedlichsten Papieren zu machen. Evtl. entdeckst Du ja Effekte, die noch keiner vor Dir gesehen hat.

Zeichne ich meine Outlines eigentlich auch mit einem normalen Copic-Marker?


Da viele Zeichner auch beim Malen mit Copic-Markern mit Outlines arbeiten, wurden spezielle Copic-Multiliner entwickelt. Dabei handelt es sich um spezielle Copics mit insgesamt 6 verschiedenen Strichstärken, die mit 2 Pinselstiften erhältlich sind.
Vorteil dieser Stifte ist, dass sie auch bei mehrmaligen übermalen nicht ausbluten und nahezu gar nicht verschmieren.

Möchtest Du Deine Artworks also mit Hilfe von Outlines gestalten, so bietet es sich an, Copic-Multiliner in den Strichstärken von jeweils 0,05 mm und 0,1 mm zuzulegen. Du kannst sie ebenso wie die normalen Copic-Marker auch in den Farbtönen Sepia und Schwarz, in nahezu jedem Zeichenbedarfsladen erhalten. Sepia eignet sich vor allem dazu, wenn Deine Outlines später nur noch recht unauffällig gehalten werden sollen.

Eine andere Möglichkeit Deine Outlines zu gestalten, besteht nun darin, eine Feder mit Tusche oder alternativ Tuschestifte Radiograph zu nutzen. Die Tusche solltest Du in diesem Fall jedoch erst gut antrocknen lassen, bevor Du weiter malst, da sie sonst verschmiert.

Nachteil von diesem Verfahren ist jedoch, dass Tusche einerseits tiefschwarz ist und andererseits die dünne Feder hin und wieder feine Risse in das Papier kratzt. Möchtest Du Deine Outlines später entfernen, so ist dies durch die Risse nicht mehr ganz so einfach. Daher solltest Du stets darauf achten, wenn Du das Tusche-Verfahren vorziehst, dass Du eine S-Feder beim Zeichnen nutzt.

Radiographen eignen sich für das Tusche-Verfahren am besten. Mit ihnen kannst Du sehr fein zeichnen. Jedoch sind die Stifte auch entsprechend teuer.

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Wie male ich mit meinen Copics?


Wie Du am besten mit Deinen Copics die von Dir bevorzugten Effekte erzielst musst Du letztlich selbst herausfinden. Doch im Folgenden sollen Dir zwei Methoden als kleine Einstiegshilfe an die Hand gegeben werden:

Eine einfach aber Papier verschleißende Methode


1. Zeichne mittels eines Bleistiftes Dein Bild auf Copic-Papier
2. Fahre die gewünschten Outlines mit einem Multiliner oder einem Tuschestift nach.
3. Radiere möglichst vorsichtig Deine Bleistift Skizze aus dem Bild wieder heraus
4. Färbe zum Schluss Dein Bild mit Deinen Copics ein.

Komplizierter aber dafür ohne Radieren


1. Zeichne zunächst Dein Bild auf normales Papier.
2. Lege nun über das gemalte Bild Transparentpapier.
3. Fahre jetzt die Outlines mit einem Multiliner oder einem Tuschstift nach.
4. Pause schließlich die Deine Outlines auf das entsprechende Copic-Papier.
5. Färbe zu letzt die entsprechenden Stellen mit Deinen Copic-Markern ein.

Es geht trotzdem noch komplizierter, dafür aber schmierfrei


1. Zeichne als erstes Dein Bild auf normales Papier
2. Lege nun Transparentpapier über Deine Skizze
3. Tusche Deine Outlines auf Copic-Papier nach
4. Kopiere Dein Bild mit Deinen Outlines in einem Copyshop direkt auf Dein Copic-Papier.
5. Fülle Deine Zeichnung nun mit Deinen Copic-Markern aus.

Verschiedene Effekte erzielen


Einen gleichmäßigen Farbauftrag erzielen


Möchtest Du einen möglichst gleichmäßigen Farbauftrag erzielen, so empfiehlt es sich, mit der breiten Seite des Copics kleine, aber recht zügige Kreisbewegungen beim Malen zu machen.

Decken und Schatten malen mit dem Farbcopic


Möchtest Du bestimmte Flächen Deines Bildes verdunkeln, so musst Du lediglich in verschiedenen Schichten mit Deinem Copic über Die entsprechenden Stellen übermalen. So erhöhst Du die Deckkraft und die Farbe wirkt insgesamt dunkler. Diese Methode eignet sich vor allem, wenn man Schatten erzeugen möchte.

Glanz in Deine Zeichnung bringen


Ist es Dein Ziel mittels Glanzpunkten dreidimensionale Effekte zu erzielen, so bietet sich das Übermalen mittels einem Deckweiß oder einem ähnlichen Stift an. Besonders bei runden Flächen, wirkt diese Methode recht eindrucksvoll.

Mit was für Preisen muss ich bei Copic-Markern rechnen?


Natürlich schwanken die Preise entsprechend der Qualität der unterschiedlichen Copic-Markern. Fast alle sind erhältlich in diversen Zeichen- und Künstlerbedarfsläden. Du kannst Deine Copics einzeln oder alternativ im Set kaufen. Du stehst lediglich vor dem Problem der Qual der Wahl Dich zwischen einem der entsprechenden Online-Shops zu entscheiden. Anbei eine kleine Preisliste, damit Du den entstehenden Kostenfaktor ein wenig besser einschätzen kannst.

Modell
Preis/Stift in Euro
Bemerkung
Copic Marker Copic Sketch
ca. 3,50 - 6,- Euro pro Stift
Manche Händler bieten auch entsprechenden Mengenrabatt.
Copic Ciao
ca. 2,50 - 4,- Euro pro Stift
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Copic Wide
ca. 5,50 - 8,- Euro pro Stift
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Various Ink
ca. 6,- - 9,- Euro
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Copic Multiliner:
Strichbreiten (0,05 bis 1,0 mm): je zwischen 2,30 bis 3,- Euro pro Stift, Pinselbreiten (Brush M und S): ca. 2,80 - 3,50 Euro
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Copic Papier
DIN A4 Block ca. 5,- Euro, Din A3 Block ca. 10,-
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Preisangaben ohne Gewähr

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Weiterführende Links


Wikipedia zum Thema Copic
Transotype
Neopiko
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Quellen


Wikipedia