Der menschliche Koerper Tutorial

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Allgemeines

Viele Menschen behaupten von sich überhaupt kein Talent zum Zeichnen zu besitzen. Ein Teil der Leute hat es bis dato jedoch noch nicht einmal richtig mit dem Zeichnen versucht. Dabei fehlt lediglich einigen wenigen Menschen der Sinn für das Aparte. Den Restlichen fehlt nur die Übung. All denen, denen es zu umständlich ist Dinge mit einem Pinsel zu kolorieren, werden ebenso wenig Freunde am kolorieren mit einem Computer haben. All denen, die zwar willig sind fleissig zu üben, aber wenig Erfahrung haben, ist dieses Tutorial gewidmet.

Auch müssen es nicht immer Meisterwerke sein, die man mit seinem Stift oder mit seinem Grafik-Tablett zu Papier bringt, denn oft ist es der Moment oder ein Gedanke der einfach nur festgehalten werden möchte.

Anatomie

Kurzes Vorwort zur Technik

Kurzes Statement zur Technik: Nahezu ein jeder Künstler neigt dazu sich im Laufe seines Schaffens eine eigene Technik anzueignen. Dies macht ihn aus und prägt schliesslich seine Arbeiten. Die hier vorgestellten Methoden dienen lediglich zur Veranschaulichung und sind kein Muss sondern können für den Einen oder Anderen als Hilfe fungieren. Sollte Dir noch der ein oder andere Hinweis in diesem HowTo fehlen, bist Du herzlich eingeladen, Dich an dieser Stelle mit einzubringen.

Der menschliche Körper

Anhand von Abbildung 27.PNG wird der menschliche Körper gezeigt. Den Körper siehst Du in genau der Form, wie bei unserer entsprechenden Zeichentechnik vorgehen. Nämlich dargestellt als einzelne Komponenten, die sich als komplexes System von Röhren und Kugeln zusammenfügen.

Hältst Du Dir diese Tatsache immer wieder vor Augen, ist aller Anfang auch gar nicht mehr so schwer, denn Kugeln und Röhren darzustellen, erscheint doch recht einfach.

Fazit 1: Der menschliche Körper besteht lediglich aus Kugeln und Röhren.

Die Massen des menschlichen Körpers

Diese eben genannten Röhren und Massen des menschlichen Körpers lassen sich allesamt zusammenfassen in folgende Komponenten:

  • einen Torso
  • einen Kopf
  • zwei Arme
  • zwei Beine

Wie anhand der Abbildung gezeigt, teilt sich der Torso in den Oberkörper und Unterkörper auf. An den Unterkörper grenzen schliesslich die Beine an, die sich selbst wiederum in Oberschenkel und Unterschenkel aufteilen. Zerlegst Du das ganze weiter im Detail erhältst Du schliesslich folgende Komponenten:

Torso
  • Oberkörper
  • Unterkörper
Beine
  • Oberschenkel
  • Unterschenkel

Schlussendlich bilden die Füsse nun die Verlängerung oder das Ende des Unterschenkels je, nachdem wie Du dies betrachten möchtest. Das erstaunliche am menschlichen Körper ist nun die Tatsache, dass all diese Komponenten miteinander verbunden und gegeneinander bewegt werden können. Auf diesem Grunde sind die unterschiedlichsten möglichen Posen realisierbar.

Fazit 2: Du kannst jeden Körper zerlegen

Proportionen

An dieser Stelle möchten soll gar nicht so weit ausgeholt werden. Denn es existiert eine Unmenge an Büchern und HowTo’s zur Lehre der Proportionen. Die Lektüre zu diesem Thema scheint schier grenzenlos zu sein, denn die Proportionslehre ist gleichermassen umfangreich wie alt. Bereits bei den Ägyptern und den Griechen existieren schon erste Überlieferungen zu diesem Thema. Nicht zu vergessen die Lehren des Leonardo da Vinci mit seinem berühmten „Goldenen Schnitt“ beschreibt unter anderem die Lehre von den perfekten Proportionen.

Kurze Rede Langer Sinn – in diesem Tutorial gehen wir davon aus, dass wir die optimale Körperlänge mit 7,5 Kopflängen gleichsetzen. Hin und wieder gelingt es jedoch mit einer Körperlänge von 8 Kopflängen imposantere Figuren darzustellen. Mit dieser Faustregel bist Du bereits in der Lage eine grobe Gliederung einer Figur zu gestalten. Die entsprechenden Längen lassen sich folgendermassen zusammenfassen:

  • Brust: Auf Höhe der zweiten Kopflänge
  • Nabel: Auf Höher der dritten Kopflänge
  • Schritt: Auf Höher der vierten Kopflänge
  • Knie: zwischen 5. und 6. Hilfslinie.

Für alle denen dies noch zu abstrakt erscheint, dient folgende Abbildung zur Erleichterung.

Die in dieser Abbildung gezeigten Proportionen dienen jedoch lediglich als veranschaulichende Beispiele.

Gelenke

Die Gelenke eines Körpers stellen ein bedeutendes Element dar. Sie sind es schliesslich, die die Gliedmassen und somit auch den Körper zu einem Ganzen zusammenfügen. Dies mag zunächst vielleicht simpel klingen, ist es jedoch nicht, da nicht jedes Gelenk auch die gleiche Tätigkeit leistet. Was genau im Detail nun gemeint ist, soll an folgender Stelle geklärt werden.

Zur Vereinfachung lassen sich die beiden Gelenkarten in zwei Kategorien aufteilen. Dies sind die:

  • Schaniergelenke
  • Kugelgelenke

Wie diese Gelenke nun im Detail funktionieren, sei im Detail an Abbildung 30 gezeigt. Die Pfeile stellen hier die einzelnen Bewegungsmöglichkeiten dar. Aber zunächst einmal mehr zu den Scharniergelenken. Hast Du Dir die Funktionsweise der Gelenke eines menschlichen Körpers erst einmal zu Gemüte geführt, wird es Dir auch deutlich einfacher fallen, Dir verschiedene Posen vorzustellen und diese auch auf dem Papier oder mittels Deines Grafik-Tabletts zu realisieren.

Was sind eigentlich Scharniergelenke?

Scharniergelenke haben die Eigenschaft, dass sie sich lediglich in eine Richtung bewegen lassen. Dies beinhaltet natürlich eine Bewegung vor als auch zurück. Beide Gelenkteile sind durch eine Achse miteinander verbunden um dessen sie sich drehen können (ähnlich wie die Bewegung einer Tür auch).

Dreht man nun noch das ganze Gelenk mit (dies ist jedoch eher eine recht unnatürliche Bewegung) ist es jedoch möglich die Bewegungsfreiheit Deiner Gliedmassen noch ein wenig zu erweitern.

Beispiele für den klassischen Einsatz von Scharniergelenken findest Du an Deinen Fingern, Deinen Knien oder auch an Deinem Ellenbogen. Eine Veranschaulichung soll die folgende Zeichnung Abbildung 31 darstellen.

Was genau sind denn nun Kugelgelenke?

Kugelgelenke weisen den entscheidenden Vorteil auf, dass sie in alle Richtungen gedreht werden können. Ihre natürlichen Grenzen werden hier lediglich von den Muskeln und Sehnen beschrieben. Dies wird, wie in Abbildung 32 veranschaulicht dargestellt. Die Kugel stellt dabei das Bindende Element der beiden Gelenkkomponenten dar und macht es so beweglich. Da die Rotation um 2 Achsen geschieht ist mit solchen Gelenken eben fast eine kreisrunde Bewegung möglich.

Welches sind meine wichtigsten Gelenke?

Da der Körper ja nun eine Vielzahl an unterschiedlichen Gelenken aufweist, sollen an dieser Stelle noch einmal die wichtigsten zusammengefasst werden. Die meisten wirst Du jedoch wahrscheinlich schon bekannt vorkommen. Doch kennst Du auch ihre Funktion?

Dein Hals

Eigentlich handelt es sich bei dem Hals ja nicht direkt um ein Gelenk. Doch da der Kopf, der auf ihm sitzt sich ähnlich in seinen Bewegungsmöglichkeiten verhält wie die hier aufgezeigten Gelenke auch, soll er nicht aussen vor gelassen werden.

Der Hals kann sowohl gebeugt, als auch gedreht werden. Den Kopf kannst Du, wenn er sich in aufrechter Position befindet ca. 90° nach rechts und ebenso nach links drehen. Dies ist eine Übung die Du schnell im Selbstversuch getestet hast – Verrenke Dir dabei aber nach Möglichkeit nicht den Hals. Auch dies soll anhand eines Beispiels in Abbildung 33 veranschaulicht werden. Hier stellen die einzelnen Pfeile wieder die möglichen Richtungen dar, in denen der Kopf sich frei bewegen kann.

Kugelgelenke: Deine Schultern

Auch an den Schultern befinden sich Gelenke. Mittels dieser ist es möglich die Arme an den Schultergelenken zu drehen. Die Drehung der Arme ist durch die Kugelgelenke der Schultern in alle Richtungen möglich. Lediglich durch den Rücken wird sie ein wenig eingeschränkt. Diese fast kreisrunde Drehung erlaubt es den Menschen eine Vielzahl an möglichen Bewegungen zu realisieren.

Kugelgelenk: Dein Handgelenk

Dein Handgelenk lässt sich in nahezu alle Richtungen, kreisrund bewegen. Die Bewegung an für sich geschieht nicht wie vielleicht anzunehmen aus Deinem Handgelenk heraus. Diese Bewegungen nur eingeschränkt möglich, da die Elle und die Speiche Deines Unterarms dies verhindern. Auch das Handgelenk kannst Du zu den Kugelgelenken zählen.

Scharniergelenke: Deine Ellenbogen

Auch die Ellenbogen sind durch die eben genannten Scharniergelenke miteinander verbunden. Trotz der Tatsache, dass die Unterarme und Oberarme nicht gegeneinander verdreht werden können, weisen die Ellenbogen eine recht hohe Bewegungsmöglichkeit auf. Diese ist jedoch nur möglich, wenn bei den Drehungen der gesamte Arm gedreht wird. Da die Ellenbogen keinen Kugelkopf aufweisen, zählt man die zu den Scharniergelenken.

Deine Fingergelenke

Deine Finger sind wohl eine der wichtigsten Werkzeuge an Deinem Körper. Mit ihnen kannst Du greifen und Dinge aufnehmen (oder beispielsweise auch zeichnen). Auch die Gelenke Deiner Finge zählen zu den Scharniergelenken, da sie sich lediglich um ihre Querachse drehen lassen.

Mit Deinen Fingern kannst Du eine Auf- und Abbewegung fabrizieren, eine Seitwärtsbewegung jedoch nicht. Da Deine Finger, bis auf den Daumen, weisen alle drei Scharniergelenke auf. Aus diesem Grund kannst Du Deine Finger nicht nur auf und ab bewegen, sondern auch knicken und einrollen. Drehen kannst Du sie jedoch nicht. Eine Drehbewegung müsstest Du entsprechen unterstützend mit Deinem Handgelenk realisieren.

Dein Fussgelenk

Dein Fussgelenk hat ebenso wie Dein Ellenbogen auch eine recht grosse Bewegungsfreiheit. Du kannst Deinen Fuss somit in alle möglichen Richtungen kreisrund drehen. Es ist sowohl ein Auf-, als auch eine Abwärtsbewegung möglich. Ebenfalls steht es Dir natürlich frei, Deinen Fuss jedoch auch seitlich zu bewegen, das aber nur recht bedingt in einem Winkel von etwa 45°. Die Rechts und Linksdrehung ist zu beiden Seiten etwa gleich gross. Somit gehören Deine Fussgelenken ebenfalls zu den Kugelgelenken. Auch hier wird die Drehung zu den Seiten mittels Deiner Sehnen und Muskeln begrenzt.

Deine Knie

Deine Knie halten Deinen Körper aufrecht. Doch auch Deine Kniegelenke zählen lediglich zu den Scharniergelenken. Daher kannst Du sie lediglich in eine Richtung bewegen. Auch hier gilt das gleiche wie für Deine Arme auch. Durch die Unterstützung durch den Oberschenkel, ist es jedoch möglich Deine Unterschenkel mit einem recht begrenzten Winkel nicht nur auf und ab zu beugen, sondern sie noch ein wenig seitlich zu drehen. Testen kannst Du diese Bewegung, wenn Du Deinen Fuss und Deinen Unterschenkel ein wenig kreisen lässt und dabei Deinen Oberschenkel beobachtest.

Deine Zehen

Bei Deinen Zehen verhält es sich ebenfalls wie bei Deinen Fingern auch. Eine Drehung ist nur um ihre Querachse möglich. Im Auch weisen die Zehen pro Zeh (den dicken Zeh ausgenommen) jeweils drei Gelenkknochen auf. Möchtest Du Deine Zehen zur Seite neigen musst Du dazu Deinen kompletten Fuss zur Unterstützung zu Hilfe nehmen.

Deine Taille

Dein Torso sitzt auf Deiner Hüfte. Somit auf Deinem Rumpf. Die Taille stellt damit das verbindende Element dar. Allerdings muss hier erwähnt werden, dass es sich bei der Taille nicht wirklich um ein Gelenk handelt. Der Vollständigkeit halber soll sie hier jedoch auch mit aufgenommen werden, da verschiedene Drehungen mit ihr möglich sind. Du kannst mit Deine Taille Deinen Rumpf beugen und Drehen. Jedoch sind die Bewegungen seitwärts hier auch eingeschränkt. Eine Drehung nach links und rechts ist mit einem Winkel mit fast 90° möglich.

In Abbildung 34 sollen die die voran gegangenen Dinge veranschaulicht werden und Dir bereits besprochenes verdeutlichen.

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