Kohle Tutorial

Allgemeines

Im Folgenden soll Dir ein wenig das Zeichenmedium Kohle näher gebracht werden. Was genau ist eigentlich Kohle? Wie kann ich am effektivsten mit ihr zeichnen. Diese und weitere Fragen sollen geklärt werden.

Eventuell hast Du bereits Erfahrung im Umgang mit Kohle sammeln können. Dabei handelt es sich um dieses fiese, schwarze Zeug, welches so penetrant abfärbt. Dies ist nur einer der vielen Gründe wieso verschiedene Künstler dieses Medium bereits seit so vielen Jahren in ihren Bann zieht. Kohle eigentlich sich hervorragend zum Zeichnen und kolorieren. Aber auch Schattierungen lassen sich fabelhaft mit ihr realisieren. Kohle kannst Du in unterschiedlichen Formen und Ausführungen erhalten. Die jedoch gängigsten Varianten sind die Kohlestifte oder auch die Kohlestäbchen.

So ich möchte gerne beginnen, doch wie lege ich nun los?

Hast Du bereits Deine ersten Erfahrungen mit Kohle machen können, wirst Du feststellen, dass es nicht immer einfach ist mit ihr zu zeichnen. Allzu leicht verwischt die Kohle und ruiniert Dir so Deine Zeichnung. Aus diesem Grunde sollen Dir in diesem Tutorial auch ein paar Tipps zur Seite stehen.

Möchtest Du lediglich eine dunkle Stelle zeichnen, so ist es eine einfache doch recht effektive Methode, wenn Du diese mit Deiner Kohle zeichnest und einfach ein wenig verwischt. Anschliessend kannst Du erneut über diese Stelle zeichnen. Je öfter Du diesen Vorgang wiederholst desto dunkler wird die Passage entsprechend.

Problematisch bei diesem Verfahren ist jedoch die Tatsache, dass Kohle immer und überall haftet. Hast Du nur kurze Zeit Deinen Kohlestift in der Hand wird es Dir passieren, dass Deine Finger verschmiert sind. Daher empfiehlt sich beim Kohle-Zeichnen der Gebrauch mit einem Wischstift. Diese Stifte gibt es in den unterschiedlichsten Ausführungen und Grössen. Wie sich dieses optisch gestaltet soll in Abbildung 1 gezeigt werden.

Verwischen kannst Du mit Deinen Fingern zwar auch, jedoch läufst Du dann Gefahr, die Kohle mit Deinen Händen dort aufzutragen, wo Du sie überhaupt nicht platzieren möchtest. Allzu oft passiert es so, dass man unliebsame Fingerabdrücke als Spuren auf der Zeichnung hinterlässt. Hierzu ist es hilfreich, wenn Du Dir eine kleine Fliesmatte beim Arbeiten unter die Hand legst. Dies hat immerhin den entscheidenden Vorteil, dass Deine Zeichnung nicht allzu arg verschmiert, da ein Teil der Kohle nicht mehr auf Deiner Hand landet, sondern auf dem Flies.

Eine weitere Möglichkeit für Dich, die Kohle-Schmierage ein wenig einzudämmen, besteht in der Möglichkeit Deine Outlines mit Hilfe eines dünnen Bleistifts einfach vorzuzeichnen. Ist Du diese kleine Meisterleistung vollbracht, brauchst Du Dich lediglich nur noch von Deine Zeichnung von unten links nach oben rechts mit Deinem Kohlestift hochzuarbeiten und entsprechend die Linien, die Du zeichnen möchtest nachzuziehen. Diese Methode ist ein wenig mühselig, aber recht sicher.

Die Qual der Wahl – Die Kohlesorte

Wie bereits eben erwähnt unterscheidest Du beim Zeichenmedium Kohle zwischen Stäbchen und Stiften. Für welches Du Dich entscheidest ist abhängig von Deiner ganz persönlichen Vorliebe sowie der Zeichnung die Du erstellen möchtest.

Der Einsatz der Kohlestäbchen ist sehr vielseitig. Du kannst mit ihnen sehre feine Linien zeichnen aber auch einfach recht grosse Flächen mit Farbe bestücken. Der entscheidende Vorteil von den Stäbchen ist der, dass egal wie Du das Stäbchen in der Hand hältst, oder einfach führst, dass sie immer malen. Aufgrund ihrer Beschaffenheit sollte es Dir recht schnell gelingen grosse Flächen mit Deiner Kohle zu füllen.

Nutzt Du zu diesem Vorhaben eher Kohlestifte, wirst Du deutlich länger dafür brauchen. Dafür eignen sich die Stifte aber wesentlich besser als Stäbchen, wenn Du feine Linien zeichnen möchtest. Aufgrund ihres Griffes liegen sie wie ein herkömmlicher Bleistift in der Hand und Du kannst mit ihnen Schreiben, malen oder Zeichnen. Allerdings benötigst du beim Zeichnen mit den Kohlestiften noch einen Spitzer oder ein Messer, da ihre Spitze recht schnell stumpf wird. Ein normaler Spitzer wird jedoch nicht wirklich funktionieren, da die Spitze Deines Stiftes nicht sonderlich gut in die Öffnungsform Deines Spitzers passt. Eine Möglichkeit des Spitzens Deiner Miene wäre hier zum Beispiel entsprechend ein Messer oder ein wenig nicht allzu grobes Schleifpapier.

Neben den Kohlestiften und Kohlestäbchen haben die so genannten Kohlekreiden ebenfalls noch ihre Daseins-Berechtigung. Diese eignen sich wohl am besten zum Befüllen grosser Flächen. Auch wenn die Stäbchen sich schon recht gut zum schwärzen von Flächen eignen sind die Kreiden dafür aufgrund ihrer Kanten noch wesentlich besser geschaffen.

Auch wenn Du einmal Haare zeichnen möchtest, ist es mit Sicherheit kein Fehler zu den Kreiden zu greifen. Jedoch solltest Du zunächst einmal ein wenig üben bevor Du Dich mit allzu viel Elan ans Zeichnen machst. Denn der Umgang mit den Kohlekreiden ist alles andere als einfach und schon ein wenig gewöhnungsbedürftig. Sollten Deine ersten Versuche zu Beginn noch ein wenig holprig wirken, werf die Flinte nicht gleich ins Korn – hier bedarf es lediglich ein wenig Übung.

Finale – Die Fixierung

Auch die schönste Zeichnung hat nur ein äusserst kurzes Leben wenn Du sie nicht fixierst. Die Diskussion um die Fixierung hat beinahe schon einen philosophischen Charakter. Die einen schwören auf teuere Sprays, während die anderen eher rudimentär vorgehen und einfaches Haarspray als Fixierung verwenden.

Teure Sprays haben den Vorteil, dass sie nicht allzu sehr glänzen. Dies ist ein Effekt, den man hin oder wieder schon mal bei sehr billigem Haarspray beobachten kann. Vielleicht fährst Du vorher bereits ein paar Probeversuche. Die Flasche Haarspray bekommst Du schon bereits ab 1,70 Euro in jedem halbwegs gut sortierten Discounter.

Hast Du nun eine Flasche Haarspray oder Fixierer zur Hand kann es eigentlich auch schon losgehen. Wichtig ist bei der Fixierung die Menge, die Du auf Deine Zeichnung aufträgst. Es sollte nicht zuviel aber auch nicht zuwenig sein. Versuche nicht unbedingt die ganze Flasche Haarspray in einem Aufwasch auf Deine Zeichnung aufzutragen. Dies macht an dieser Stelle keinen Sinn, da die Zeichnung lediglich wellt und hinterher einerseits nicht mehr gut einzuscannen ist und andererseits unschön aussieht.

Beim Sprayen macht es mehr Sinn, lieber zunächst ein wenig aufzutragen und anschliessend, nachdem die Schicht getrocknet ist erneut eine Schicht aufzutragen. Diesen Prozess wiederholst Du solange, bis Du genug Spray auf Deine Zeichnung aufgetragen hast.

Nun ist mein Bild Fix(iert) und fertig und ich möchte doch noch was ändern

Auch das ist kein Problem. Über Deine Fixierung kannst Du schlussendlich ohne Problem drüber malen. Du musst lediglich darauf achten, dass auch alles gut getrocknet ist. Ist dies nicht der Fall wird Deine Zeichnung entsetzlich schmieren und so ihren eigentlichen Reiz verlieren.