Painter Tutorial FAQ



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Allgemeines


Dieses Tutorial soll Dir einen Einblick in die unterschiedlichen Techniken ermöglichen, die Dir mit dem Grafik-Programm Painter zur Verfügung stehen. Solltest Du gerne mit Layern arbeiten, so wird Dir dieses Tutorial recht hilfreich dabei sein. Zudem sollen hier auch die gängigsten Funktionen des Programms erläutert werden.

Solltest Du noch keinerlei Erfahrung mit dem Programm Painter besitzen, eignet sich diese Hilfe vielleicht nicht für Dich, da durchaus voraus gesetzt wird, dass Dir die gängigen Grundbegriffe der Computer-Koloration bekannt sind. Ist dies nicht der Fall kannst Du Dir “hier“ einige Anregungen holen.

Wie bei den meisten anderen Grafik-Programmen, bietet es sich auch bei Painter an, ein Grafik-Tablett anzuschaffen. Gehörst Du zu den Personen, die sich noch nicht mit der Thematik der Grafik-Tabletts auseinander gesetzt haben, findest Du ebenfalls „hier“ vielleicht einige hilfreiche Informationen. Allerdings solltest Du Dir vorher genau überlegen wie intensiv Du in die Materie der PC-Koloration einsteigen möchtest, da die Anschaffung eines GT’s nicht gerade kostengünstig ist.

Auch wenn Deine ersten Gehversuche mit Painter vielleicht etwas holprig sind, solltest Du nicht verzagen. Lediglich durch immer wieder neue Experimentierfreudigkeit und stetiges Üben erzielst Du mit diesem Programm Erfolge. Probiere ruhig in aller Ruhe die verschiedenen Werkzeuge von Painter aus.

Aufgrund seiner Komplexität und Fülle von Werkzeugen kannst Du mittels Painter nahezu jegliche Möglichkeit realisieren. Jedoch brauch es Zeit und ein wenig Geduld bis man alle Funktionen erforscht hat. Hast Du Dir jedoch einen groben Überblick über die Funktionalität über dieses Programm verschafft, stellt dieser eine immense Zeitersparnis für Dich dar.

Skizzieren


Zunächst solltest Du Deine Zeichnung vorskizzieren. Hierzu kannst Du ein spezielles Tool, welches Painter Dir zur Verfügung stellt nutzen. So kannst Du klar und unkompliziert die Farbe zum vorzeichnen auftragen.

Blende als erstes das Fenster ein, welches Dir Deine Malwerkzeuge anzeigt, welches auf Abbildung 1

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Abbildung 1

dargestellt ist. Es sollte Dir nun jedes Mal angezeigt werden wenn Du Deine Farbwerte bearbeitet hast. Dies ist recht praktisch, da Du Dich nicht ständig durch einen Wald am Farbwerkzeugen hangeln musst.

Unter der Rubrik „Ölpinsel“ Deiner Werkzeuge findest Du das Tool „Ölpastellkreide“. Dort kannst Du Deine Deckkraft auf unter 80 setzen. Dies ist wichtig, damit Dein Grafiktablett sensibel auf den Druck Deines Stiftes reagiert.

Resat


Die Funktion „Resat“ beschreibt, wie viel Farbe Du beim Zeichnen benutzt. Bei einem Wert von 100 ist Dein Pinsel also sehr dick mit Farbe benetzt. Bei einem Wert von 10 ist der Pinsel entsprechend noch fast trocken.

Anlösen


Mit „Anlösen“ ist gemeint, wie stark Dein Pinsel auf die bereits vorhandenen Farben reagiert. Nimmt er viel Farbe auf, oder nimmt er eventuell eher weniger Farbe auf. Dies kannst Du also mit der Funktion „Anlösen“ einstellen.

Wenn Du also Farben miteinander vermischen möchtest, solltest Du diese Funktion verwenden. Möchtest Du diesen Effekt eher vermeiden, solltest Du den Wert der Anlösen-Funktion also eher auf den Wert 0 stellen.

Ein erster Schritt – der Farbauftrag


Allgemein gilt auch bei dieser Methode, dass Du von Hinten nach Vorne arbeitest. Im Programm Painter solltest Du, falls Du nur eine Ebene beim Zeichnen verwendest, direkt auf Deiner Ablagefläche, also der untersten Ebene arbeiten.

Für den Anfang benötigst Du einen sehr groben Pinsel, damit Du möglichst viel Fläche mit Deiner Farbe benetzen kannst. Das Acryl-Pinsel-Set eignet sich recht gut zum grundieren. Doch bevor Du richtig los legst, solltest Du vielleicht noch ein wenig mit den Funktionen Resat und der Anlösung Deines Pinsels experimentieren. Beispielsweise könntest Du die Anlösung Deines Pinsels nicht ganz auf 0 und Resat nicht ganz auf 100 zu setzen.

Mit diesem Effekt erzielst Du, dass sich die Farben, die Du aufgetragen hast an den Rändern verwischen und die einzelnen Farbebereiche ineinander überlaufen und sich ein wenig verwischen. Somit hast Du einen recht passenden Übergang geschaffen.

Dieses simple Verfahren vom Einsetzen Deiner Farbflächen gibt Dir einen ersten Überblick darüber ob die von Dir erzielte Farbkomposition mit der Deiner Wahl übereinstimmt. Hast Du den Schritt der Flächenbefüllung grob abgeschlossen, kannst Du anschließend noch ein wenig mit den Kontrastwerten und Farbtemperaturen herumspielen. So ist es Dir möglich den allgemeinen Eindruck Deines Bildes noch ein wenig anzupassen.

Hinweis: Wähle nach Möglichkeit nicht allzu viele Farben aus Deiner Farbpalette bzw. Deinen Farbtabellen. Für den Anfang solltest Du Dich auf 3 verschiedene Farben beschränken. Dabei handelt es sich beispielsweise um die Farben für:

  • Schatten
  • Grundfarbe
  • Highlights

Alle anderen Farben ergeben sich letztlich an den Rändern der Flächen. Dies kannst Du jedoch besser später im Detail ausarbeiten. Im Folgenden Beispiel erkennst Du die Übergänge mit dessen Farbtönen, die entstehen, wenn die Farbe grün und rosa aufeinander treffen. In diesem Fall handelt es sich dabei um ein kräftiges Lila.

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Abbildung 2

Diese Farbe kannst und solltest Du bei Bedarf in Dein Farbspektrum aufnehmen, da Du sie für weitere Arbeiten in Deiner Koloration früher oder später wieder aufgreifen musst.

Gehörst Du zu den experimentierfreudigen Zeichnern, solltest Du einmal die Technik Impasto ausprobieren. Dabei handelt es sich um eine Technik, bei der Du die Farbe derart dick aufträgst, dass dabei eine Art Relief entsteht. Möchtest Du später die Farben mit ohne Impesto-Effekt zeichnen, bleibt die eigentliche, darunter liegende Impasto-Struktur erhalten.

Falls Du feststellen solltest, dass Dir der Impasto-Effekt doch nicht zusagen sollte, kannst Du mit der Funktion „Impasto entfernen“ durchaus wieder aus Deiner Zeichnung löschen. Alternativ kannst Du diesen Effekt erzielen, indem Du Deine Zeichnung einfach in einem anderen Effekt öffnest und unter einem anderen Format abspeicherst. Voraussetzung ist jedoch das Gelingen, dass das Format unter das Du Deine Zeichnung abspeichern möchtest, keine Layer kennt.

Wie verfeinere ich nun meine Zeichnung?


In diesem Schritt ist die wohl wichtigste Tastaturkombination das Tastenkürzel „Alt“. Auf diese Taste wirst Du immer wieder zurückgreifen, wenn Du auf die Farbtabellen von Painter zugreifen möchtest.

Dein Pinsel stellt beim Zeichnen eines Deiner wohl relevantesten Werkzeuge dar. Wie er schließlich konfiguriert wird, entscheidet den Werdegang Deines Bildes maßgeblich. Im Folgenden Beispiel soll nun die Einstellung eines Acrylpinsels dargestellt werden. Dieser eignet sich besonders gut um harmonische Farbverläufe zu realisieren. Die folgende Abbildung stellt eine mögliche Konfiguration Deines Pinsels dar.

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Abbildung 3

Beim Zeichnen solltest Du darauf achten, dass Dein Pinsel folgende Eigenschaften aufweist:

  • für weiche Übergänge wähle einen weichen Pinsel
  • der Pinsel sollte eine hohe Deckkraft aufweisen
  • der Pinsel sollte eine niedrige Saturation aufweisen, die jedoch mindestens 20 beträgt
  • der Pinsel sollte eine recht hohe Anlösung aufweisen

Hast Du die oben genannte Konfiguration Deines Pinsels durchgeführt kannst Du auch schon mit dem Zeichnen beginnen. Du hast nun einen Pinsel mittels dessen Du Deine Farbe nicht nur auftragen kannst, sondern diese auch verwischen und eine die aktuelle mit einer folgenden Farbe vermischen kannst.

Im folgenden Schritt wiederholst Du die nun genannte Technik einfach beliebig häufig, bis Du schließlich Deine Zeichnung nach Bedarf ausgearbeitet hast. Du bearbeitest die Ränder Deiner Farbflächen und ebnest unsaubere Striche aus. Damit ist gemeint, dass Du mit Deinem Pinsel über die entsprechenden Stellen fährst und diese dabei immer wieder verwischst. Hast Du dies ein paar Mal gemacht, solltest Du kleine farbliche Ausrutscher nicht mehr wahrnehmen können.

Tipp: In Abbildung 4 kannst Du sehen, dass einzelne Farben nicht stimmig sind. Hierfür bietet Painter ein kleines Schmankerl. Die Software besitzt eine Funktion die es zulässt einen Ebenestil zu definieren.

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Abbildung 4

Hierzu musst Du lediglich eine neue Ebene öffnen und anschließend ein Airbrush-Tool auswählen. Dieses sollte die Eigenschaft haben möglichst weich, großflächig zu sein und nur eine geringe Deckkraft besitzen. Nun legst Du Deine gewünschte Farbe über den bearbeiteten Bereich. Hast Du dies gemacht, musst Du nur noch im Bereich der Ebeneneigenschaften die Funktion „kolorieren“ aufrufen und Dein Meisterwerk ist vollbracht.

Well Done … Nun kann es Dir aber unter Umständen passieren, dass wenn Du auf einer extra Ebene zeichnest Dein Radierer plötzlich unschöne Spuren hinterlässt. Diese stammen meist von Deinem Acryl- oder auch Öl-Tool.

Painter weist die Eigenschaft auf, dass die Software versucht die Funktion „Anlösen“ zu verwenden. Da jedoch auf einer noch unbearbeiteten Ebene keine Farben angelöst werden können, mixt Painter nun bei ungünstigen Einstellungen Weiß in die von Dir gewünschte Farbe hinein.

Diesen Effekt kannst Du ganz einfach umgehen, indem Du den Wert von „Anlösen“ einfach auf 0 stellst. Anschließend ist es Dir noch die ungeraden Ränder beim ablegen der einzelnen Ebenen wieder mit einem Soft-Tool verwischen. Arbeitest Du eher auf übergeordneten Ebenen, ist es einfacher einen Ölpinsel zu verwenden als einen Acrylpinsel, da dieser keine ausgefransten Ränder besitzt.

Nun solltest Du Deine Zeichnung vielleicht noch ein wenig an Dreidimensionalität verleihen. An dieser Stelle soll eine recht simple Möglichkeit dargelegt werden, wie Du ein paar Schatten in Deine Zeichnung einarbeiten kannst.

Als erstes kannst du einen Grauwert im helleren Drittel Deiner Farbskala auswählen. Anschließend setzt Du diese Farbe auf einer extra Ebene ein. Hierbei solltest Du beachten, dass Deine Ebene die Eigenschaft „Multiplizieren“ besitzt. Diese Ebene legst Du anschließend unter Deine Zeichnung und e’voila und schon hast Du einen Schatten. Allerdings musst Du dabei beachten, dass bereits vorhandene Schatten nicht allzu dunkel werden, denn dies könnte unter Umständen ein wenig unnatürlich wirken.

Details und Klarheit Deines Bildes


Zwar hast Du den Löwenanteil Deiner Arbeit bereits vollbracht, allerdings fehlt es Deiner Zeichnung noch an einer Menge von Details. Du hast bereits schon einige Pinseleinstellungen probiert.

Mit dem Skizzenpinsel, dem kleinen klaren Ölpinsel hast Du Deine Ränder geschärft und scharfe Konturen erzielt. Zudem kannst Du mit diesem Pinsel klare und gesättigte Bereiche zeichnen. Diese eignen sich beispielsweise um Akzente zu setzen und Highlights zu realisieren. Mit dem Skizzenpinsel kannst Du ebenfalls unsaubere Stellen bereinigen oder in Portraits einzelne Haarsträhnen einfügen.

In dieser Phase in der sich Deine Zeichnung befindet können die Vorarbeiten nun abgeschlossen werden. Verzage nicht, wenn die finalen Verfeinerungen ein wenig Zeit in Anspruch nehmen. Gehörst Du jedoch zu den Vertretern, die sich in den Details verlieren können, wirst Du in dieser Phase der Erstellung Deines Bildes viel Freude haben.

Tastaturkürzel


An dieser Stelle nun eine Auflistung der wohl wichtigsten Tastaturkürzel. Hierbei handelt es sich um die Tastaturkombinationen, mittels denen Du die wichtigsten Werkzeuge und Tools steuern kannst.

  • “Space/Leer“: Mittels dieser Taste kannst Du Dein Blatt hin- und herschieben.
  • “Leer“ + „Alt“ / „Space“ + “Alt“: Mittels dieser Funktion drehst Du Dein Blatt auf dem Du zeichnest.
  • “Strg“ + „+“ / “-„: Mittels der Tastaturkürze „Strg“+“+“ oder „Strg“+“-„ rufst Du den von Dir letzten aufgerufenen Filter auf.
  • Alt: Diese Funktion ermöglicht es Dir die Farbe Deiner Wahl aufnehmen.

Falls Dir noch weitere Tastaturkürzel fehlen, darfst Du diese an dieser Stelle gerne noch einfügen.

Dinge die Du vermeiden solltest


Anbei nun ein paar kleine Hinweise, die Du beim Zeichnen betrachten solltest und die Dir das Leben als Zeichner ein wenig erleichtern können:

  • Weichzeichnen: Du solltest es unbedingt vermeiden zu viele Mischtools beim Weichzeichnen zu verwenden. Zwar ist das Weichzeichnen auf großen Flächen in Ordnung, jedoch wenn Du Dich feineren Details widmest, verschlimmern die Weichzeichner ein wenig Deine Optik.

  • Kunstpinsel + Filter: Beim Verwenden von Kunstpinseln solltest Du Dir bewusst darüber sein, dass diese einen Haken haben. Der Glow-Effekt scheint zunächst ein recht hilfreich, jedoch kann es Dir ebenso schnell passieren, dass der Einsatz des Kunstpinsels und einem entsprechenden Filter Deine Zeichnung recht unnatürlich durch zu viele Glitzereffekte erscheinen können. Setzt Du den Filter ein, empfiehlt es sich, dass Du schlussendlich noch einmal mit der Hand über die entsprechenden Flächen gehst.

  • Die Problematik der Grau-Farben: Hier solltest Du bei Deinen Farbexperimenten stets das Farbdreieck im Auge behalten. Bei individuellen Vorhergehensweisen bietet es sich an vorsichtig zu experimentieren, da verwischte Farben immer wieder dazu neigen in eine graue Richtung abzudriften. Vermeiden kannst Du diesen Effekt, in dem Du den Farbauswahlkreis vorsichtig zurück in den Bereich der eher gesättigten Farben ziehst.

  • Schwarz / Weiß: Was das zeichnen in Schwarz / Weiß angeht, bräuchte es eigentlich ein völlig eigenes Tutorial. An dieser Stelle jedoch soviel: Vermeide es nach Möglichkeit im Kolorationsstadium die Farben „Schwarz“ und „Weiß“ zu nutzen. Ein dunkles „Grün“, „Braun“ oder „Blau“ wirkt meist in einem schwarzen Objekt meist deutlich besser und intensiver als ein einfaches Schwarz. Außerdem bewirkt das Mischen Deiner Farben mit Schwarz oftmals einen Sättigungsverlust. Je nachdem was Du eigentlich darstellen möchtest ist dies nicht unbedingt von Vorteil.

Externe Links



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