Scannen FAQ



Allgemeines


Nicht immer hast Du die Möglichkeit qualitativ hochwertige Scans in einem Copy-Shop machen zu lassen. Zudem kostet schmälert dies in aller Regel auch noch den Inhalt Deines Portemonnaies. Dies ist ein klassischer Fall für Deinen Heimscanner.

Aber wie bekommst Du nun einen ordentlichen Scan hin, ohne ständig dabei diese lästigen Übergangsstiche zu erzeugen? Das und einige anderen offene Fragen sollen hier beantwortet werden. Jedoch sei erwähnt, dass es bei diesem Tutorial die Grundlagen des Scannens voraus gesetzt werden. Sollten Dir diese Grundlagen nicht vertraut sein schau vielleicht noch mal in
“hier“ nach.

Der eigentlich Scan


Leider passt auf einen herkömmlichen Scanner nicht jedes Format. Daher gibt es bei verschiedenen Papierformaten ein paar Dinge zu beachten. Hier, nun eine kleine Auflistung verschiedener Größen nach.

DIN A3 Scanns allgemein


Möchtest Du ein Bild, welches ein Format > A4 einscannen, empfiehlt es sich den Deckel Deines Scanners abzunehmen (bei den meisten ist dies problemlos möglich).

Nun scannst Du Dein Bild mit etwa 2-3 Durchläufen. Dabei legst du die eine Hälfte des Blattes im Querformat auf die Scan-Fläche Deines Gerätes und beschwerst es am besten mit einem größeren Gewicht möglichst gleichmäßig (große Bücher eignen sich hierzu hervorragend). Du solltest auf jeden Fall darauf achten, dass Dein Blatt wirklich eben auf dem Scanner aufliegt, da es sonst unter Umständen zu sehr unschönen Verfärbungen kommen kann.

Das Vermeiden von Schatten am Scanrand


Oftmals finden sich beim Scannen großformatiger Dokumente unschöne schwarze Ränder vor. Diese gilt es zu vermeiden, daher möchten wir Dir ein paar Dinge nennen, die Du beim Scannen berücksichtigen kannst.

Möglichkeit 1


  • Überprüfe mit akribischer Genauigkeit, ob Dein Blatt auch wirklich eben auf der Scanfläche aufliegt.
  • Denke auch stets daran ein passendes Gewicht zu wählen.

Möglichkeit 2


Hier gehst Du in 3 Scan-Schritten vor. Beim ersten Versuch wird Dein Scan an den Rändern dunkel sein. Dies lässt sich unterbinden, indem Du Deine Zeichnung mit einem dunklen Tuch abdeckst. Zunächst scannst Du die rechte und anschließend die linke Hälfte Deines Bildes.
Der dritte und letzte Durchlauf ist nun dafür gedacht, das Mittelstück zu scannen (achte hierbei auch darauf, dass Dein Mittelstück eben auf dem Scanner liegt). Dies mag abstrahiert etwa so aussehen:

Scan_01.PNG

Scans DIN A3


Bei allen Scans, die größer als DIN A3 sind oder schlicht und ergreifend zum Scannen ungünstige Formate aufweisen, ist es recht hilfreich für Dich, Dir vor dem eigentlichen Scan-Prozess, eine kleine Map (Karte) zu erstellen. Dazu nimmst Du dir einen Extrazettel und zeichnest möglichst klein, aber recht grob Dein Format auf die Zeichnung.

Anschließend unterteilst Du die einzelnen Scanabschnitte und achtest darauf, den einzelnen Abschnitten etwas Spielraum zu lassen. Ein einzelner Scanabschnitt sollte kleiner als die mögliche Scanfläche sein. Darum ist es auch recht hilfreich für Dich, die vorläufigen Dateinamen wie beispielsweise „ol.jpg“ für „oben links“ eindeutig zu benennen. Diese Methode wirst Du vor allem dann schätzen lernen, wenn Dein Computer hin und wieder ein Eigenleben entwickelt und einfach abstürzt.

Das Ausrichten von Zeichnungen Größe XXL


Die wirklich größte Herausforderung bei dem Einscannen besonders großer bleibt jedoch für die meisten Leute die gerade Ausrichtung. Mögliche Vorgehensweisen wären daher:

Option 1:

Schimmert ein wenig Licht des Scanners durch die Oberfläche Deines Papiers, zeichnest Du schlicht und ergreifend auf der Rückseite Deines Blattes dünn mit einem Bleistift, jeweils Waagerechten und Senkrechten ein. Diese Linien dienen Dir später um Deine Zeichnung in den rechten Winkel zu rücken. Jedoch sei Dir stets darüber bewusst, dass es sich dabei nicht um eine sehr sichere Methode handelt, sondern vielmehr um das Ausrichten nach reinem Augenmaß.

Option 2:
Bist Du Dir sicher, dass Dein Blatt jeweils rechte Winkel aufweist, gibt es noch eine weitere Methode mittels derer Du von Hand die Zeichnung ausrichten kannst. Dazu nimmst Du Dir die DIN Glasplatte Deines Scanners zur Hand und legst Deine Zeichnung genau an den Rändern an. Viele Scanner besitzen am Rand der Glasplatte einen kleinen Versprung gegen den Du das Blatt bequem legen kannst, ohne dass es verrutscht.

Das Zusammenfügen Deiner Scans


Einer der wohl gängigsten Wege um Deine Scans zusammenzufügen, ist der „Ebenen-Weg“, der hier am Beispiel für „Adobe Photoshop“, „Paint Shop Pro 6“ sowie „Paint Shop Pro 7“ getestet werden soll.

1. Schritt: Eine neue Datei erzeugen


Zunächst erstellst Du eine Datei, welche die ungefähren Maße Deiner Endarbeit aufweist. Somit hätte Deine neue Datei, wenn Deine eingescannte Größe DIN A3 (also 1256 x 862 Pixel) aufweisen würde, Deine neue Datei eine Größe von 1400 x 1800 Pixeln. Denk aber auch daran, ein wenig Platz zu lassen, falls Du Deine Zeichnung strecken oder in anderer Form die Größe verändern möchtest.

In dieser Datei legst Du nun zwei Ebenen an. Falls Du noch nicht weißt was Ebenen sind, solltest Du Dir das Tutorial zur PC-Koloration vielleicht einmal genauer anschauen.

Für das erste jedoch soviel: Du öffnest Deine erste Scan-Datei und kopierst ihren gesamten Inhalt in die neu erstellte Datei ein. Dazu musst Du zunächst den kompletten Bereich Deiner eingescannten Zeichnung markieren. Dies machst Du mit dem Befehl Strg+A und kopierst ihn anschließend mit dem Befehl Strg+C in die neue Ebene Deiner eben erst erstellten Datei ein. Das Einfügen selbst geschieht mit dem Befehl Strg+V.

Photoshop hat dabei den Vorteil, dass sobald man eine Ebene kopiert, in diesem Fall also Deine Zeichnung, automatisch eine neue Ebene erzeugt wird.

Diesen Vorgang kannst Du natürlich auch über das Menü Deiner entsprechenden Software bearbeiten. Meist findest Du diese Optionen unter dem Punkt „Bearbeiten“.

Das Markieren, Kopieren und Einfügen Deiner Zeichnung wiederholst Du ebenso für Deine zweite Hälfte der Zeichnung. Wie Du Dir bestimmt bereits denken kannst, fügst Du den zweiten Teil nun in die zweite Ebene ein. Hast Du Dein Bild in 3 Schritten eingescannt, verhält sich das ganze ebenso nur mit drei Ebenen usw.

2. Schritt: Verschieben


Überlege bei diesem Schritt zunächst wie viel Du von Deinen einzelnen Teilen Deines Bildes wegschneiden kannst und welche Teile überlappen. Da Du beim Scannen oft dunkle Ränder erhältst, empfiehlt es sich, die überlappenden Ränder zu entfernen, da Du so die dunklen Streifen umgehen kannst.

Gehst Du nun davon aus, dass Deine zweite Ebene über der ersten liegt, so solltest Du nun in der Lage sein die zweite Ebene solange hin und her zu schieben, bis Du keinen Übergang mehr sehen kannst.

Die meisten Grafik-Programme bieten Dir die Möglichkeit Deine Bilder „Pixel-Genau“ zu verschieben. Dies funktioniert indem Du die zweite Ebene auf die Option „Multiply“ stellst um entsprechend genau in eine bestimmte Stelle Deiner Wahl hinein zu zoomen. Danach suchst Du Dir eine Linie aus und schiebst die Pixel ganz genau übereinander. Bist Du mit diesem Vorgang fertig deaktivierst Du wieder die Option „Multiply“ und speicherst Dein Kunstwerk ab.

Weiter existiert noch eine weitere Möglichkeit den oberen Scan „pixelgenau“ zu positionieren. Dabei machst Du die Ebene, die Du später verschieben möchtest leicht transparent. So kannst du recht zielgenau Linie auf Linie, wie auf einer Blaupause Deine Teil-Zeichnung positionieren.

Du solltest jedoch nicht vergessen, wenn Du mit dem positionieren fertig bist, die Deckkraft der Ebene wieder zu erhöhen, da es sonst zu unschönen Effekten kommen könnte.

Möchtest Du Deine Zeichnung noch ein wenig optimieren und den Rand den Du nicht mehr benötigst löschen, so kannst Du dies bei den meisten Programmen über die Funktion „Crop“ oder „Zuschneiden“ realisieren. Wenn Dir Dein Scan gut gelungen sein sollte, bist Du nun fertig.

3. Schritt: Optimieren von Farben


Nun möchtest Du noch die Farben, die immer noch ein wenig ungleichmäßig sind, verbessern. Auch dies ist kein Problem, denn Du hast die Möglichkeit mittels dem über den Werkzeugkasten eines nahezu jedem Grafikprogramms den Radierer auszuwählen und so weiche oder auch harte Kanten mit reduzierter Deckkraft auszuradieren.

Bei diesem Verfahren radierst Du am Rand des oberen Scans ein wenig stärker, also bis zu 100 % und während Du zum Übergang kommst nimmst Du entsprechend immer mehr Deckkraft aus dem Radierer heraus. So sollte es Dir gelingen einen weichen Übergang zu schaffen. Jedoch sollest Du darauf achten, dass Du auf keinen Fall über den Rand hinaus radierst.

Solltest Deine Zeichnung auch nach einem sehr genauen Scan immer noch dunkle Ränder aufweisen, wird Dir nichts anderes übrig bleiben als Deine Zeichnung mit einer höheren Anzahl von Scans zu digitalisieren. Jedoch gilt es hier zu beachten, dass mit steigender Anzahl der Scans auch die Wahrscheinllichkeit unscharfer Übergänge entstehen, da durch jeden Scan die Kanten verschoben werden können.

4. Schritt: Retouchieren


Sollte es nun wirklich der Fall sein, dass Dein Scann immer noch schief ist behalte die Nerven. Du hast weiter noch eine Option mittels der Du Deine Zeichnung ein wenig aufpeppen kannst. Nachteil ist jedoch, dass man den Zeichnungen mit größeren Auflösungen meist die Retouchierungen ansieht. Solltest Du Dein Bild später stark verkleinern, bemerkt man die Bearbeitungen meist jedoch nicht mehr und man ist somit in der Lage das Auge des Betrachters zumindest ein klein wenig zu betuppen.

Wir haben nun festgestellt, dass durch zu häufiges Scannen und stetiges Drehen und Wenden die Ränder ab und an etwas unscharf werden können. Ist die Abweichung nicht zu groß, kannst Du den Scann so zusammen schieben, dass er zumindest in der Mitte deckungsgleich ist. Leider hat diese Methode auch den Nachteil, dass es unterhalb und oberhalb der Mitte zu unschönen Abweichungen kommt. Diese werden vom Auge leider allzu oft registriert. Sollte die Abweichung recht konsequent gehalten sein, kannst Du mit ein wenig Gescribble und mit den Smudge-Optionen die Abweichungen vertuschen.

Sollte nun ein Betrachter Dein Werk noch mit der Lupe untersuchen wollen, könnte er durchaus noch ein paar Makel finden, ansonsten sollte es nur schwerlich möglich sein, noch Abweichungen an den Rändern wahrzunehmen. Beim Zusammenfügen der Ebenen solltest Du Deinen Pinsel so einstellen, dass seine Ränder großzügig weich sind. Diesen Effekt kannst Du auch mit der Option Smudge- oder Blurtools erreichen. Teilweise sind in verschiedenen Grafikprogrammen bereits Filter vorinstalliert mit denen Du diesen Effekt ebenfalls bequem auf einen Bereich oder auch auf das ganze Bild anwenden kannst. In diesem Fall kannst Du Dich jedoch auf den problematischen Teil beschränken und den Filter nicht auf das ganze Bild anwenden, da sonst Dein ganzes Bild unscharf wird.

5. Schritt: Kontraste


Beim Scannen kommt es immer wieder mal vor, dass Dein Scan fleckig wird oder der einst so schöne und weiße Hintergrund Deiner Zeichnung grau. Hierzu bietet Paint Shop Pro eine mögliche Lösung.

1. Schritt


Im Menü „Helligkeit & Kontras“ findest Du einen Regler mittels dem Du die Helligkeit beeinflussen kannst. Hier schiebst Du den Regler auf 15, was eine mittelschwere Verschmutzung meint, und die Kontraste auf 10-15. Dir mag die Veränderung am Anfang zwar noch nicht auffallen, jedoch wird sich dies wird sich im Laufe der Zeit ändern.

2. Schritt


Gehe nun erneut in das Menü „Helligkeit & Kontrast“ und schiebe den Regler der Helligkeit ungefähr auf –8 bis -15. Dies machst Du um wieder ein lupenreines Schwarz zu erhalten. Den Kontrast setzt Du bei diesem Schritt Deckungsgleich auf +8 bis +15.

Um ein Gefühl für die Werte zu bekommen, bedarf es jedoch einiger Übung. Ein Patentrezept oder ein Kochschema gibt es hier nicht. Falls Dir ein Anhaltspunkt fehlt, lassen sich Deine Veränderungen doch immer noch recht gut mit dem Rahmen Deiner Zeichnung vergleichen

Zudem gibt es bei Photoshop noch die Möglichkeit über eine so genannte Tonwertkurve, die Tonwerte von den Farben Schwarz und Weiß zu verändern. Damit Du später auch noch ein wenig besser die blassen Bleistiftstriche etwas besser hervortreten lassen kannst, ohne dass der weiße Hintergrund sofort grau wird, ist Dir dieses Photo-Shop-Tool recht dienlich. Alternativ kannst Du wie oben auch beschrieben, die einzelnen Striche ein wenig hervorheben, indem Du ihre Helligkeit, verringert und den Kontrast erhöhst. Problematisch ist bei diesem Verfahren jedoch dass die feinen Linien etwa an Qualität verlieren, da sie verblassen.

Ein weitaus qualitativ höherwertiges Verfahren besteht jedoch darin, die Randbereiche der Tonwert-Verteilung zu beschneiden. Damit schaffst Du es auch die feinsten und zartesten Grautöne zu eliminieren. Dieses Verfahren funktioniert besonders gut, wenn die elementaren Details in besonders hellem Grau gezeichnet werden, wie es beispielsweise mit einem Bleistift der Fall ist.

Zusatz


Solltest Du noch weitere Tricks und Thema Scannen für größere Formate kennen, bist Du herzlich eingeladen, diese in diesem Thread zu veröffentlichen. Bevor Du jedoch Deinen Artikel hier einpflegst, solltest Du Dir einen sehr genauen Überblick über den Bestand der How-To’s und FAQs verschaffen.

Eventuell reicht es auch, ein bereits vorhandenes Tutorial schlicht und ergreifend zu ergänzen. Denn nicht immer muss direkt ein neuer Artikel für jedes Detail her. Im Gegensatz dazu kannst Du Dir aber auch überlegen, ob der bereits bestehende Artikel nicht vielleicht so unübersichtlich ist, dass sich ein neuer Artikel bereits lohnt.